Die Grundlast ist die Leistung, die dein Haushalt rund um die Uhr abruft, auch wenn niemand etwas einschaltet. Du misst sie nachts am digitalen Zähler, mit einem Zwischenstecker oder dauerhaft mit einem Messgerät wie Shelly. Als Faustwert werden 50 bis 200 W genannt. Kühlgeräte, Router und Standby sind die häufigsten Treiber.
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Was ist die Grundlast?
Die Grundlast, auch Dauerverbrauch genannt, ist der Strombedarf, der nie auf null fällt. Sie setzt sich laut co2online aus Geräten zusammen, die ständig laufen, etwa Kühlschrank oder Router, und aus dem Standby-Verbrauch von Fernseher, Stereoanlage und anderen Geräten. Im Glossar steht die Kurzfassung unter Grundlast.
Zwei Umrechnungen helfen dir beim Einordnen. Eine Dauerleistung von 1 W verbraucht über ein Jahr rund 8,76 kWh (24 Stunden mal 365 Tage, geteilt durch 1.000). Und: Ein Verbrauch von 1 kWh pro Tag entspricht im Schnitt rund 42 W. Genau diese Marke nennt co2online als Hinweis auf „Stromdiebe“ während einer Abwesenheit. Liegt dein Haushalt im Urlaub deutlich darüber, laufen unbemerkt Geräte.
Als Faustwert für einen durchschnittlichen Haushalt nennt das Portal photovoltaik.info 50 bis 200 W Dauerleistung. Das ist keine Studie, sondern eine redaktionelle Einordnung. Dein Wert hängt von Wohnfläche, Personenzahl, Gerätealter und Technik ab. Er lässt sich nur durch Messen klären.
Grundlast messen: drei Methoden
Methode 1: Zähler nachts ablesen
Das kostet nichts. Schalte am späten Abend alle Geräte aus, die sich ausschalten lassen, und ziehe Stecker von Ladegeräten und Unterhaltungselektronik. Kühlschrank, Gefriergerät und Router bleiben im Betrieb, sie gehören zur Grundlast.
- Moderne Messeinrichtung: Sie zeigt laut Verbraucherzentrale die aktuelle Leistung an. Den Wert rufst du mit einem Lichtsignal, zum Beispiel einer Taschenlampe, und deiner vierstelligen PIN ab. Lies ihn mehrmals zu verschiedenen Zeiten ab und bilde den Mittelwert, denn Kühlgeräte schalten zyklisch.
- Zählerstand-Methode: Notiere abends und morgens den Zählerstand. Teile die Differenz durch die Stunden dazwischen. Beispiel: 0,6 kWh in 6 Stunden ergeben 100 W.
- Ferraris-Zähler: Auf dem Zähler steht, wie viele Umdrehungen einer Kilowattstunde entsprechen, laut Verbraucherzentrale etwa 75 oder 125 U/kWh. Stoppe die Zeit für eine Umdrehung. Die Leistung in Watt ist 3.600.000 geteilt durch das Produkt aus U/kWh und Sekunden. Bei 75 U/kWh bedeutet eine Umdrehung in 160 Sekunden rund 300 W, in 480 Sekunden rund 100 W.
Dazu musst du nichts öffnen. Fass den Zählerschrank nicht an.
Methode 2: Zwischenstecker mit Messfunktion
Ein Energiemessgerät wird zwischen Steckdose und Gerät gesteckt und zeigt den tatsächlichen Verbrauch. Die Verbraucherzentrale empfiehlt dieses Vorgehen und verweist dafür auf ein kostenloses Strommessgerät. Für Kühlgeräte rät co2online zu einer Tagesmessung, die du mit 365 multiplizierst. WLAN-Zwischenstecker mit Leistungsmessung, etwa der Shelly Plug M Gen3 mit Echtzeit-Leistungsmessung laut Hersteller, speichern den Verlauf in einer App.
Die Grenzen: Fest verdrahtete Geräte wie Herd, Durchlauferhitzer oder Heizungspumpe lassen sich nicht zwischenstecken. Dafür brauchst du die Zählermethode oder ein festes Messgerät.
Methode 3: Dauerhaft messen mit Shelly
Wer die Grundlast nicht nur einmal, sondern über Wochen sehen will, nutzt ein Energiemessgerät mit Datenlogger. Der Shelly EM Gen4 bietet laut Hersteller WLAN 6, Bluetooth, Zigbee und Matter und speichert mindestens 30 Tage lokale Datenprotokolle bei einer Auflösung von einer Minute. Der Shelly EM Mini Gen4 misst laut Hersteller bis 16 A. Solche Geräte zeigen dir Verbrauch nach Tageszeit und machen nächtliche Ausreißer sichtbar. Welche Messgeräte es gibt und wie du Verbrauch und Einspeisung am Hausanschluss erfasst, ordnet der Beitrag Strommessung mit Shelly und Smart Meter ein.
Einbau nur durch die Elektrofachkraft
Messgeräte, die in Zählerschrank oder Verteilung eingebaut werden, darf nur eine Elektrofachkraft installieren. Zwischenstecker und Steckdosenmessgeräte bleiben dagegen ohne Eingriff in die Installation nutzbar.
Typische Stromfresser mit Wattwerten
Die folgende Tabelle fasst belegte Werte zusammen. Die Standby-Angaben stammen aus einer älteren co2online-Auswertung für Stromspiegel, Erhebungsjahr 2016. Neuere Geräte können abweichen, miss deshalb selbst nach. Die Kilowattstunden je Jahr sind aus den Watt-Werten berechnet, die Umrechnung von kWh in Watt ist unsere.
| Gerät und Zustand | Leistung | Verbrauch je Jahr | Quelle |
|---|---|---|---|
| Stereoanlage im Standby | 15 W | 131 kWh | co2online |
| LCD-Fernseher im Standby | 14 W | 123 kWh | co2online |
| PC mit Monitor und Drucker im Standby | 10 W | 88 kWh | co2online |
| Router (DSL, WLAN) | 8 W | 70 kWh | co2online |
| Handy-Ladegerät ohne Handy | 5 W | 44 kWh | co2online |
| Kühlschrank, mittelgroß, beste Effizienzklasse | rund 10 bis 14 W im Mittel | 90 bis 125 kWh | co2online |
| Altes Kühlgerät | bis rund 38 W im Mittel | bis 330 kWh | co2online |
| Gefriergerät an der Austauschschwelle | rund 49 W im Mittel | ab etwa 430 kWh | Umweltbundesamt |
Zwei Hinweise zum Lesen: Beim Kühlschrank rechnet co2online vor, dass ein Gerät mit 90 W Anschlusswert und rund 12 Minuten Kompressorlaufzeit pro Stunde auf etwa 158 kWh im Jahr kommt. Im Mittel ist das deutlich weniger als der Typenschildwert. Die Verbraucherzentrale ergänzt, dass alte Kühl- und Gefriergeräte etwa doppelt so viel Strom ziehen wie moderne. Wattwerte für Heizungsumwälzpumpe, Aquarium, Wasserbett oder Heimserver nennen wir nicht, weil sie je Modell stark streuen. Hier hilft nur Messen.
Beispielrechnung: 64 Watt Grundlast
Nimm an, in einer Wohnung laufen Router (8 W), ein moderner Kühlschrank (rund 12 W im Mittel), Fernseher im Standby (14 W), Stereoanlage im Standby (15 W), ein PC mit Zubehör im Standby (10 W) und ein Ladegerät (5 W). Das sind zusammen 64 W oder rund 560 kWh im Jahr. Das ist eine Rechnung aus den Tabellenwerten, kein Messwert einer echten Wohnung. Schaltest du Fernseher, Stereoanlage, PC und Ladegerät mit einer schaltbaren Steckdosenleiste ab, sinkt die Grundlast um 44 W auf 20 W. Das spart rund 385 kWh im Jahr, ohne dass du auf etwas verzichtest.
Grundlast senken: In dieser Reihenfolge lohnt es sich
- Kühlen und Gefrieren prüfen. Alte Geräte und zusätzliche Kühlgeräte im Keller sind häufig die größten Einzelposten. Miss den Verbrauch über 24 Stunden.
- Standby abschalten. Die Verbraucherzentrale empfiehlt schaltbare Steckdosenleisten oder Timer-Steckdosen für Fernseher, Spielekonsolen und Unterhaltungselektronik.
- Router, Heimserver, Zubehör hinterfragen. Was dauerhaft laufen muss, bleibt an. Alles andere bekommt einen Schalter.
- Dauerläufer in Pumpen und Heizgeräten messen. Hier sind die Unterschiede zwischen alten und neuen Modellen groß, aber nur du kannst sie an deinem Gerät messen.
- Nach dem Eingriff erneut messen. Nur so siehst du, was die Maßnahme wirklich bringt.
Grundlast und Balkonkraftwerk: Warum sie die Dimensionierung beeinflusst
Ein Balkonkraftwerk speist seinen Strom ins Hausnetz ein. Was du im selben Moment verbrauchst, sparst du; was übrig bleibt, geht ohne Vergütung ins Netz. Das Gesetz spricht hier von „unentgeltlicher Abnahme“ (§ 8 Abs. 5a EEG). Je mehr Strom du mittags selbst brauchst, desto höher ist dein Eigenverbrauch.
Daraus folgen drei Faustregeln, die wir aus der Rechenlogik ableiten:
- Kleine Grundlast, kleines Gerät. Wenn tagsüber nur 60 bis 100 W laufen, speist ein 800-W-Gerät an sonnigen Mittagen den größten Teil unvergütet ein. Mehr Modulleistung erhöht dann den Eigenverbrauch kaum.
- Grundlast ist nur die Untergrenze. Mittags kommen Kochen, Waschmaschine oder Homeoffice dazu. Schaue auf dein Lastprofil, nicht nur auf die Nacht.
- Nachts hilft nur ein Speicher. Die Module liefern dann nichts. Für die Nachtgrundlast brauchst du nutzbare Kapazität: Grundlast mal Stunden. Bei 100 W über 12 Stunden sind das 1,2 kWh.
Die Einspeisegrenze von 800 W begrenzt, wie viel dein Gerät maximal an dein Hausnetz abgibt. Die Grundlast bestimmt, wie viel davon dein Haushalt tatsächlich nutzt. Wie viel Strom dein Gerät am Standort liefert, schätzt der Balkonkraftwerk-Rechner. Setze danach deine gemessene Grundlast dagegen.
Merke
Erst messen, dann dimensionieren: Wer seine Grundlast und sein Mittagsprofil kennt, kauft kein Gerät, das er nicht nutzen kann, und erkennt früh, ob sich ein Speicher lohnt.
Mehr im Magazin: Dynamischer Stromtarif: Lohnt er sich mit Balkonkraftwerk und Speicher? und Solarüberschuss nutzen: Klimagerät, Heizstab und Warmwasser.
Häufige Fragen
Wie hoch ist eine normale Grundlast im Haushalt?
Als Faustwert nennt photovoltaik.info 50 bis 200 W Dauerleistung. Eine belastbare Studie liegt uns dafür nicht vor. Dein Wert hängt von Geräten, Personenzahl und Wohnfläche ab. Hinweis: Liegt der Verbrauch in der Abwesenheit über rund 1 kWh pro Tag, sollte er laut co2online geprüft werden.
Wie messe ich die Grundlast ohne Messgerät?
Lies nachts an der modernen Messeinrichtung die aktuelle Leistung ab, nachdem du alle abschaltbaren Geräte ausgeschaltet hast. Wiederhole das zu mehreren Zeiten und bilde den Mittelwert. Alternativ teilst du den Verbrauch zwischen zwei Zählerständen durch die Stunden dazwischen. Am Zähler selbst fasst du nichts an.
Lohnt sich ein Shelly zur Grundlast-Messung?
Für eine einmalige Messung genügt ein Steckdosen-Messgerät, für das die Verbraucherzentrale ein kostenloses Gerät nennt. Ein Gerät wie der Shelly EM Gen4 lohnt, wenn du den Verlauf über Wochen sehen willst. Er speichert laut Hersteller mindestens 30 Tage lokal. Den Einbau im Zählerschrank übernimmt eine Elektrofachkraft.
Welche Geräte zählen zur Grundlast?
Alles, was ständig läuft oder im Standby bleibt: Kühl- und Gefriergeräte, Router, Smart-Home-Zentralen, Ladegeräte, Fernseher und Stereoanlagen im Standby, je nach Haushalt auch Umwälzpumpen und Heimserver. Geräte, die du bewusst einschaltest, etwa Herd oder Waschmaschine, gehören nicht dazu, denn sie laufen nur zeitweise.
Hilft ein Balkonkraftwerk gegen die Grundlast in der Nacht?
Nein. Nachts liefern die Module nichts, die Nachtgrundlast kommt weiter aus dem Netz. Abdecken kannst du sie nur mit einem Speicher, der tagsüber geladen wird. Die nötige nutzbare Kapazität ergibt sich aus der Grundlast mal den Stunden. Bei 100 W über 12 Stunden sind das 1,2 kWh.




