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Glossar: Grundlast

Die Grundlast ist der Strom, den dein Haushalt rund um die Uhr zieht. Balkonkraftwerke sind vor allem dafür gedacht, sie tagsüber zu decken.

Redaktion Balkonkraftwerk-HeroAktualisiert am 15. Oktober 2026

Redaktion Balkonkraftwerk-HeroAktualisiert am 15. Oktober 2026So vergleichen wirUnabhängig · keine gekauften Platzierungen

Die Grundlast ist die Strommenge, die dein Haushalt dauerhaft verbraucht, auch wenn niemand etwas einschaltet: Kühlschrank, Router, Standby-Geräte. Für ein Balkonkraftwerk ist sie die wichtigste Planungsgröße, weil der Solarstrom vor allem diesen Dauerverbrauch tagsüber decken soll. Nachts bleibt sie ohne Speicher beim Netz.

Woraus sich die Grundlast zusammensetzt

Die Grundlast ist kein einzelnes Gerät, sondern die Summe aller Verbraucher, die ununterbrochen laufen oder im Bereitschaftsmodus Strom ziehen. Homeandsmart nennt Kühlschrank, Router und Geräte im Standby. Sie bleibt auch dann gleich, wenn niemand zu Hause ist. Geräte, die nur kurz viel Leistung ziehen, etwa ein Wasserkocher, gehören nicht dazu. Sie sind Lastspitzen, die dein Balkonkraftwerk meist nicht allein abdeckt.

Homeandsmart führt typische Dauerwerte auf: ein moderner Fernseher im Standby etwa 1 W, ein Receiver 10 W, ein Laptop 10 W. Ein alter Kühlschrank mit rund 300 Kilowattstunden Jahresverbrauch zieht im Mittel etwa 35 W, ein modernes Kühlgerät mit rund 100 Kilowattstunden etwa 10 W. Der Unterschied von 25 W klingt klein, macht über ein Jahr aber rund 200 Kilowattstunden aus.

So misst du deine Grundlast

  1. Warte bis nach Mitternacht, wenn alle schlafen.
  2. Schalte alles aus, was du ausschalten kannst: Licht, Ladegeräte, Spül- und Waschmaschine.
  3. Lies bei einem digitalen Zähler die angezeigte Leistung in Watt ab.
  4. Wiederhole das an zwei bis drei Tagen und bilde den Mittelwert.

Ohne digitalen Zähler hilft eine Zählerstands-Differenz: abends vor dem Schlafen und morgens ablesen, die Differenz durch die Stunden der Nachtruhe teilen. Homeandsmart rechnet vor: 2,4 Kilowattstunden in 8 Stunden ergeben 300 W. Einzelne Geräte misst du mit einer Messsteckdose.

Rechenbeispiel: Was Dauerlast im Jahr bedeutet

Photovoltaik.info schätzt in einem Beispiel: Kühlschrank 15 W, Router 10 W, Umwälzpumpe 5 W und sonstige Standby-Geräte 40 W, zusammen etwa 70 W. Das klingt wenig, summiert sich aber:

  • 70 W über 24 Stunden sind 1,68 Kilowattstunden pro Tag, rund 613 Kilowattstunden im Jahr.
  • Bei 200 W Dauerlast sind es 4,8 Kilowattstunden pro Tag, rund 1.750 Kilowattstunden im Jahr.
  • Eine achtstündige Nacht bei 200 W verbraucht 1,6 Kilowattstunden.

Zum Vergleich: Ein 400-Watt-Modul liefert laut Verbraucherzentrale rund 280 Kilowattstunden im Jahr, ungefähr den Jahresverbrauch von Kühlschrank und Spülmaschine eines Zwei-Personen-Haushalts. Je nach Haushalt deckt es also nur einen Teil der Dauerlast. Und nachts liefert es nichts.

Worauf du achten solltest

  • Richtwerte einordnen: Photovoltaik.info stuft 50 bis 150 W als gering und über 300 W als hoch ein, die Grenzen schwanken je nach Quelle. Dein Messwert zählt.
  • Anlage danach auslegen: Eine Modulleistung weit über deiner Tageslast erzeugt vor allem Überschuss, der unvergütet ins Netz geht. Wie viel Strom Module tatsächlich liefern, zeigt der Beitrag zum Ertrag eines Balkonkraftwerks.
  • Stromfresser suchen: Alte Kühlgeräte, Dauerläufer und Aquarien treiben die Grundlast. Hier spart ein Austausch mehr als zusätzliche Module.
  • Nachtlast getrennt betrachten: Wer nachts viel verbraucht, prüft einen Speicher, der den Tagesüberschuss in die Nacht verschiebt.

Welche Kapazität zu welcher Dauerlast passt und was ein Speicher kann, erklärt der Überblick zu Speichern für Balkonkraftwerke. Wie viel von deinem Solarstrom tatsächlich im Haus bleibt, beschreibt der Begriff Eigenverbrauch.

Häufige Fragen

Wie hoch ist die Grundlast eines normalen Haushalts?

Das schwankt stark. Photovoltaik.info ordnet 50 bis 150 W als gering ein, 150 bis 300 W als mittel und alles darüber als hoch. Entscheidend sind Zahl und Alter der Dauerläufer. Misst du nachts einmal nach, hast du einen verlässlicheren Wert als jeden Durchschnitt.

Warum ist die Grundlast für ein Balkonkraftwerk wichtig?

Weil der Solarstrom nur dann Geld spart, wenn er genutzt wird. Die Dauerlast läuft auch ohne dein Zutun und bietet dem Gerät immer Abnehmer. Passt die Modulleistung zur Grundlast, bleibt wenig Überschuss. Liegt sie deutlich darüber, geht ein Teil unvergütet ins Netz.

Kann ein Balkonkraftwerk die Grundlast nachts decken?

Nein, denn ohne Sonne erzeugen die Module nichts. Nachts hilft nur Strom aus dem Netz oder aus einem Batteriespeicher. Er nimmt Überschuss vom Tag auf und gibt ihn abends und nachts wieder ab. Ob sich das lohnt, hängt von deiner Nachtlast ab.

Redaktion Balkonkraftwerk-Hero

Wir vergleichen Balkonkraftwerke, Speicher und Zubehör anhand von Herstellerdatenblättern, offiziellen Quellen (Bundesnetzagentur, VDE, Gesetzestexte) und einer festen Bewertungsmatrix. Eigene Labortests führen wir nicht durch – wo wir einordnen statt messen, steht das dabei.