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Glossar: Steckersolargerät

Steckersolargerät ist die gesetzliche Bezeichnung für ein Balkonkraftwerk mit höchstens 2.000 Wp Modulleistung und 800 VA Wechselrichterleistung.

Redaktion Balkonkraftwerk-HeroAktualisiert am 15. Oktober 2026

Redaktion Balkonkraftwerk-HeroAktualisiert am 15. Oktober 2026So vergleichen wirUnabhängig · keine gekauften Platzierungen

Ein Steckersolargerät ist die gesetzliche und normative Bezeichnung für ein Balkonkraftwerk: eine steckerfertige Solaranlage mit höchstens 2.000 Wp Modulleistung und 800 VA Wechselrichterleistung. Der Begriff trennt diese Geräte klar von fest installierten Photovoltaikanlagen, für die eigene Anschluss- und Anmelderegeln gelten.

Steckersolargerät: Warum Gesetz und Norm diesen Namen nutzen

Im Alltag heißen die Geräte Balkonkraftwerk, Mini-PV oder Guerilla-PV. Der VDE führt alle drei Namen als Synonyme auf. Seit dem Solarpaket I definiert das EEG die Geräte als eigene Kategorie, wie die Verbraucherzentrale NRW beschreibt. Die Produktnorm DIN VDE V 0126-95 betrachtet erstmals das Gesamtsystem aus Modulen, Wechselrichter, Leitung und Stecker, nicht nur den Wechselrichter. Wer „Steckersolargerät“ liest, hat es also mit einem klar umrissenen Produkt zu tun.

Die Merkmale im Überblick

MerkmalGrenzwertHinweis
Modulleistung gesamtbis 2.000 Wpgesetzliche Obergrenze
Wechselrichter-Ausgangbis 800 VAbegrenzt die Einspeisung
Module mit Schuko-Steckerbis 960 Wp800 Wp plus 20 Prozent laut VDE
Module mit Energiesteckvorrichtungbis 2.000 WpDose durch Elektrofachkraft
EinspeisevergütungkeineVoraussetzung für den Status laut MaStR-Hilfe
Batteriespeichernicht erfasstProduktnorm gilt nicht für Betrieb mit Speicher

Beispiel: Zwei Geräte, derselbe Name, andere Pflichten

Ein Set mit zwei Modulen zu je 430 Wp kommt auf 860 Wp und darf per Schuko-Stecker an eine normale Steckdose. Ein Set mit vier Modulen zu je 500 Wp erreicht genau 2.000 Wp. Beide sind Steckersolargeräte. Das größere braucht wegen der Modulleistung über 960 Wp aber eine Einspeisesteckdose, die eine Elektrofachkraft setzt. Der Wechselrichter bleibt in beiden Fällen bei höchstens 800 VA.

Worauf du achten solltest

  • Suche im Datenblatt den Verweis auf die Produktnorm. Er zeigt, dass der Hersteller das Gerät als Gesamtsystem ausgelegt hat.
  • Die Wechselrichtergrenze ist fest. Geräte, die sich per Software hochstellen lassen, empfehlen wir nicht.
  • Die Produktnorm fordert Schutzfunktionen im Gerät, etwa eine schnelle Abschaltung, wenn der Stecker unbeabsichtigt gezogen wird.
  • Mit Batteriespeicher gelten andere Regeln, die Produktnorm erfasst sie bisher nicht.
  • Anmelden musst du das Gerät im Marktstammdatenregister.

Welche Regeln im Alltag gelten, fasst unser Ratgeber Balkonkraftwerk: Was ist erlaubt? zusammen. Die Leistungsangaben erklären wir unter Wattpeak und Voltampere.

Keine Rechtsberatung

Maßgeblich sind Gesetz und die Technischen Anschlussbedingungen (TAB) deines Netzbetreibers.

Häufige Fragen

Gilt jedes Balkonkraftwerk als Steckersolargerät?

Nur, wenn es die Grenzen einhält: höchstens 2.000 Wp Module, höchstens 800 VA am Wechselrichter und keine Einspeisevergütung. Wer mehr Leistung anschließen will, betreibt eine reguläre Photovoltaikanlage mit anderen Anmelde- und Anschlussregeln und meist einer Elektrofachkraft. Das lässt sich am Datenblatt prüfen.

Warum steht manchmal „Mini-PV“ im Angebot?

Mini-PV ist ein weiterer Alltagsbegriff für dieselbe Geräteklasse, ohne eigene rechtliche Bedeutung. Entscheidend sind die Datenblattwerte und der Verweis auf die Produktnorm, nicht der Produktname, den sich Händler und Hersteller selbst aussuchen. Ein Blick auf diese Angaben schützt vor Fehlkäufen.

Redaktion Balkonkraftwerk-Hero

Wir vergleichen Balkonkraftwerke, Speicher und Zubehör anhand von Herstellerdatenblättern, offiziellen Quellen (Bundesnetzagentur, VDE, Gesetzestexte) und einer festen Bewertungsmatrix. Eigene Labortests führen wir nicht durch – wo wir einordnen statt messen, steht das dabei.